Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Alexander Wolf (AfD)

Der Senat hat auf meine Schriftliche Kleine Anfrage vom 6. Mai 2015 (Drs. 21/427) hin offengelegt, dass mehr als einem Viertel aller Gymnasiasten in Jahrgangsstufe 5 eine Gymnasialempfehlung fehlt. Besonders irritierend ist hierbei, dass es unter anderem am Gymnasium Süderelbe, am Matthias-Claudius-Gymnasium sowie am Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium in den letzten Jahren zu einem sprunghaften Anstieg der Schüler ohne Gymnasialempfehlung gekommen ist.

Dabei stellt sich die Frage, ob diese Schüler dem Leistungsdruck eines Gymnasiums gewachsen sind und auf diesem erfolgreich bis zur Allgemeinen Hochschulreife herangebildet werden können. Gerade an den Gymnasien, an denen Schüler ohne Gymnasialempfehlung einen erheblichen Teil, zum Teil sogar die überwältigende Mehrheit stellen, ist zu befürchten, dass sie in großer Zahl an der Herausforderung dieser Schulform scheitern – wenn nicht die Leistungsstandards verwässert werden.

Dieser Zustand gibt Anlass zur Sorge, dass die betroffenen Hamburger Gymnasien ihren schulgesetzlichen Auftrag, die betroffenen Schüler zum bestmöglichen Schulabschluss zu führen, nur unzureichend erfüllen können.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

  • Wie viele Gymnasiasten ohne Gymnasialempfehlung sind in den vergangenen vier Jahren jeweils
    • mit Ende der sechsten Klasse an eine Stadtteilschule abgeschult wor-
      den (§ 42 Absatz 5 HmbSG),
    • wie viele von ihnen sind in den Jahrgangsstufen ab der fünften Klasse freiwillig auf eine Stadtteilschule gewechselt und
    • wie viele wurden auf besonderen Antrag hin auch außerhalb der sechsten Klasse abgeschult? Bitte getrennt nach diesen drei Fallgruppen und jeweils aufgeschlüsselt nach Gymnasien, Jahrgangsstufe und Zahl der jeweiligen Abschulungen.
  • Wie hoch beliefen sich zum Vergleich die entsprechenden Zahlen von Gymnasiasten mit Gymnasialempfehlung?
  • Wie viele Gymnasiasten ohne Gymnasialempfehlung haben in den vergangenen vier Abiturjahrgängen die allgemeine Hochschulreife erlangt, wie viele nicht (bitte aufschlüsseln nach Gymnasien und Jahrgang)? Wie hoch beliefen sich die entsprechenden Zahlen von Gymnasiasten mit Gymnasialempfehlung? Was war in diesen Jahrgängen jeweils die durchschnittliche Abiturnote der Gymnasiasten mit Gymnasialempfehlung einerseits und ohne Gymnasialempfehlung andererseits?
  • Welche Ursachen bestehen nach Auffassung des Senates für die Diskrepanzen zwischen Gymnasiasten ohne und mit Gymnasialempfehlung hinsichtlich der Zahl der Abschulungen, des freiwilligen Wechsels an eine Stadtteilschule und der Abiturergebnisse? Wie beurteilt die zuständige Behörde vor diesem Hintergrund die Zweckdienlichkeit der Maßnahme, das Elternwahlrecht zu begrenzen – etwa dadurch,
    • den Mindestnotendurchschnitte für den Übertritt auf ein Gymnasium anzuheben,
    • eine Eingangsprüfung durch (alle oder gegebenenfalls einzelne) Gymnasien einzuführen und/oder
    • eine Abschulung auch außerhalb der Jahrgangsstufe 6 zuzulassen?

Quellen
  • Antwort des Senats – Link zur Antwort
  • Bild: „Tafel, Schreiben, Kreide, Weiß“ von kyasarin – Lizenziert unter Creative Commons CC0 – Link zum Bild

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